Alfreds Mutter spendierte ihrem utopiebegeisterten Sohn die 1. Heftserie vom UTOPIA-Verlag (nachdem der Rauch-Verlag Pleite gemacht hatte) sowie viele Hefte vom URANIUS-Verlag, ja sogar den Mitgliedsbeitrag, denn mit 12 Jahren trat unser Hyperfan Alfred ins FANDOM ein. Zum Beweis zeigte er seine zahlreichen Mitgliedsausweise - damals gab's in Wien sogar noch 3 Science-Fiction-Clubs (einer davon nannte sich ab 1960 AUSTROPIA, ein Lokal befand sich übrigens in der Dapontegasse, 1030 Wien) - mittels Beamer, sowie auch zahlreiche Fotos (oft von Robert Christ geschossen) von noch jungen Science-Fiction-Fans. Dazu gab's ein Foto-Ratequiz, denn die vorwiegend männlichen Clubmitglieder sind mittlerweile etwas in die Breite gegangen und weisen auch eine leicht veränderte Physiognomie auf, zum Teil mit Bärten. Alfred wollte jüngeren Anwesenden die Chance auf ein Erfolgserlebnis geben und gebot den 'alten Scheißern über 50' die Pappen zu halten. Den schwarz-weiß-Fotos der Jungen clickte er dann die Farbfotos der Gereiften zu. Manche haben sich gut gehalten.
Zurück zu Alfreds Jugend: Er durfte mit 15 Jahren zu seinem ersten SF-Club-Treffen, aber laut seiner strengen Mutter nur mit Krawatte, (während Helmuth W. Mommers Rollkragenpulli trug). Zuerst wurde er Schriftführer und ging eine langjährige Fan-Freundschaft mit Fritz Bachtrögler ein, dessen Sohn er auch zu seinem 80er zum Geburtstagsessen eingeladen hat. Seit 1972 - also 54 Jahre - frönt er seinem Hobby mit Leib & Seele, daher blieb er ein ewig junger Methusalem. Er konnte sowohl seine 1. Frau Anne als auch seine 2. Frau Gerti für das Science-Fiction-Faible begeistern und kann sich rühmen, die größte FANZINE-Sammlung der 50er & 60er-Jahre im Keller seines Hauses zu beherbergen in welchem er auch den Chefredakteur von Vulkan Spirit empfing.
Zudem lernte er zahlreiche verlässliche Freunde kennen, wie z.B. Walter Ernsting (Clark Darlton), Ernst Vlcek, Dr. Franz Rottensteiner, Franz Ettl, Hans Langsteiner, Helmut Magnana, Robert Christ, Helmuth W. Mommers, Edi Lukschandl, Andreas Reinisch, Paul Swoboda, Gerhard Schneider, Christian Pree, Joachim Angerer, Bestsellerautor Viktor Farkas (letzterer und einige davor sind uns schon in die Ewigkeit vorausgegangen), noch viele andere mehr - auch etliche weibliche Fans, wie z.B. unsere liebe Pony, Nina, Vera, Lygia, Verena, Ellen, Susanne, Sabine, Goschka, Michaela und zuletzt Neuzugang Franzi. Persönlich traf er in seiner Eigenschaft als treibende Kraft der SFGW sogar Berühmtheiten wie Erich von Däniken sowie Arthur C. Clarke - ebenfalls mittels Fotos bewiesen und in einem Buch über das österreichische Fandom, das allerdings schon vergriffen ist, dokumentiert. Man konnte bei Alfreds lebhaften Vortrag deutlich das Brennen für Science-Fiction spüren, den Schalk in seinen Augen sehen und von seinem Esprit profitieren. Danke, lieber Alfred, für Deine nimmermüde Bereitschaft, diesem manchmal sträflich unterschätztem Genre seinen Tribut zu zollen!
PS: Das wunderbare Foto stammt von Chris Haderer, der ebenfalls unsere illustre Runde bereicherte.


