Samstag, 22. August 2026

Vorschläge


Einst besuchte ich einen Schreibkurs an der VHS und erhielt dort wertvolle Vorschläge fürs Romanschreiben:

Tropes geben Leser*innen ein emotionales Versprechen und dir als Autor*in eine klare Struktur für innere & äußere Konflikte. Ein Trope ist keine Schablone, sondern ein Spielplatz. Nutze ihn, aber mach ihn dir zu eigen. Frage dich:

 1. Was erwarten Leser*innen – und wie kannst du sie überraschen?

 2. Welche emotionalen Wunden oder Sehnsüchte stecken hinter dem Tropus?

 3. Wie kannst du Diversität und Tiefe reinbringen?

4. Welcher Trope ist dein Lieblingsspielzeug – oder dein guilty pleasure?

Meine Antworten:

1. Packende Wendungen - z.B. verwandelt sich eine Kussszene ins Massaker

2. Zu früh von Mami aufs Töpfchen gesetzt, zu spät vom Chef befördert worden

3. Mit Wortschöpfungen, die verständlich, aber nicht alltäglich sind

4. Unheimliche Hobbies, z.B. Serienkiller stalken

Hier einige Vorschläge für Häuser zum Wohnen nach einem Lottogewinn.

Mittwoch, 19. August 2026

Wiener Kaiserwiesn


 Wer Action will, liebe Freunde, der gehe vom 24.9. - 11.10.2026 zur Wiener Kaiserwiesn! Dort gibt's - am größten Oktoberfest - Attraktionen, von denen ihr sonst nur träumen könnt! Z.B. die spannende Wahl zum Wiesn-Dirndl! Tolle Spezialangebote locken in Almen & Hütten! Als Musikprogramm hat man weder Kosten noch Mühen gescheut und sogar die Polizeimusik Wien engagiert! Sowie auch u.a. Die Zillertaler, Die Edlseer, Die Dirndlrocker, usw. usf.... Ich weiß das ganz genau, da ich ein WBB-Extra, nämlich das Wiener Kaiser Wiesnblatt bekam. Außerdem war ich schon mal am Oktoberfest und machte eine ganz reizende Bekanntschaft. Ein Herr mittleren Alters in der Krachledernen (Lederhose) sprach mich an und sagte vollmundig: "Hallo! Ich bin der Peter und vertrag 3 Maß!" Drauf ich schlagfertig: "Hallo! Ich bin die Silvia und speib schon nach einer!"

Sonntag, 16. August 2026

Zum Geburtstag!

 DAS NILPFERD MIT DEM BAUCH AM WAGEN WILL DIR HEUT NUR EINES SAGEN: HAPPY BIRTHDAY TO YOU!

Lieber Alex, jetzt ist's auch schon wieder 30 Jahre her, dass wir in jugendlicher Frische Deinen Geburtstag gefeiert haben. Der Sekt floss in Strömen, damals herrschte noch nicht so eine Bullenhitze wie heute und Deine Nachbarn hatten Verständnis, als wir in Abwesenheit Deiner Eltern im Garten bis in die Nacht herumgrölten. (Wer war noch aller dabei von unserer Studenten-Bagage? Ich vergaß die Namen.) Jedenfalls trug - nach ein paar Partyspielchen - jeder ein Gedicht vor, einer 'Ich hatt' einen Kameraden', ein anderer 'Der Zauberlehrling' und einer 'Der Erlkönig' (Wer reitet so spät durch Nacht & Wind?). Ich fand, der Schluss von dem letzten Gedicht sei zu traurig und erlaubte mir, ihn umzudichten. Anstatt also: Erreicht den Hof mit Müh und Not, in seinen Armen das Kind war tot! - Wirklich ganz ungeeignet für solch einen Freudentag - dichtete ich: Erreicht den Hof mit Not und Müh, unter seinem Arsch tot war das Vieh!

Ja, schon damals hatte ich ein Talent für echte Literatur...


Freitag, 14. August 2026

Zu blöd


 Heut beim Einkaufen entschied ich mich für einen Gala-Apfel und legte ihn auf die Waage, um Taste - entsprechend Preisschildchen - 147 zu drücken. Doch - oh Schreck - es gab diese Nummer auf der Waage gar nicht. Hofften die Supermarkt-Strategen, dass die Kunden in diesem Fall Taste 143 drücken, für Elstar-Äpfel, die teurer sind? Na, ich fühlte mich verarscht und warf den Apfel zurück in die Kiste. 

Auch sinister war ein Fall eines geplanten Kaufs, wo der Kunde eine einzelne rote Zwiebel im Regal fand und diese - da auf der Waage keine Taste dafür vorgesehen war, denn Zwiebel werden im Plastiknetz angeboten - einfach auf das Laufband legte. Die Kassiererin starrte den Kunden verblüfft an und es entspann sich folgender Dialog: "Wo haben Sie denn die Zwiebel her?" - "Ausm Regal!" - "Aber die Zwiebel hat gar keine Nummer." - "Tippen Sie einfach 50 Cent ein!" - Nein, das geht nicht, ich brauch eine Nummer, wenn Sie keine haben, darf ich Ihnen die Zwiebel nicht verkaufen." - "Was machen Sie denn jetzt mit der Zwiebel?" - "Die kommt wieder zurück ins Regal!"


Donnerstag, 13. August 2026

Urlaubshorror

Früher fuhr oder flog man dorthin, wo es heiß war. Das ist heutzutage gar nimmer nötig, denn die Hitze ist zu uns gekommen. Man wollte exotische Pflanzen & Tiere sehen - was man bei uns im Zoo oder im Botanischen Garten oder im Palmenhaus genauso gut erledigen kann. Das Schöne daran ist, dass man sich nicht nur Geld in rauen Mengen erspart - nein - man erspart sich auch noch die ganzen negativen Aspekte mit der exotischen Natur oder der Anreise - siehe unten! Und daheim kann man in aller Ruhe ein spannendes Buch lesen ...


Samstag, 8. August 2026

Virtuelle Reise


 Bei Durchsicht der Leserbriefe in der Presse fiel mir einer auf, geschrieben von einem Dr. Gottfried S. aus Purkersdorf, der anregte, doch nicht mehr physisch zu verreisen, sondern nur noch virtuell. Mit KI auf Google-Maps könne man sich ganz leicht eine Reiseroute zusammenstellen lassen, die unter Berücksichtigung von ortsüblichen Sehenswürdigkeiten sogar noch die Möglichkeit eines privaten Fotobuches ermöglichte. 

Das fand ich eine fantastische Idee. Kein finanzieller Aufwand, keine stressigen Reisevorbereitungen mehr, kein Warten beim Check-in, kein Drängen im Shuttle-Bus, keine Bettwanzen, kein schlechter Service, kein verschwundenes Gepäck, kein verdorbener Magen, keine Rache des Pharao in Form von Dünnpfiff, keine Diebe oder Räuber, kein Sonnenbrand, keine Angriffe durch Vertreter exotischer Natur, wie z.B. Klapperschlange & Co, keine Papagallo am Strand, keine mit Handtuch reservierte Liege am Hotelpool, kein Streit mit lautem Zimmernachbarn, kein ... ich könnte noch seitenlang über all die negativen Aspekte einer Reise schreiben. 

Allerdings ist so eine virtuelle Reise nur für fantasievolle Menschen sinnvoll, genauso wie das Lesen eines spannenden Krimis...

Dienstag, 4. August 2026

Sonntag, 2. August 2026

Lustig

 69 Wörter - > Die 10 Gebote

270 Wörter ->  Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung

24.793 Wörter -> Die EU-Verordnung über Büroklammern-Import

Lustig sind auch die Sachen, die mir immer passieren. Ich spazierte mit einem Freiexemplar meines neuesten Werkes AGATHAS GEIST GREIFT EIN in die Bücherei in meiner Wohnnähe, um es der freundlichen Archivarin als Spende zu überreichen. 

Doch - ach - es war unten nass geworden, da in meiner Tasche durch ein ungnädiges Schicksal die Mineralwasserflasche aus Plastik (vermutlich der schnell verrottbaren Sorte) undicht geworden war. Sie roch an dem Buch und fragte: "Was haben Sie denn da in der Tasche gehabt?" Drauf ich sehr verlegen: "Oje, das ist nur Mineralwasser. Jetzt, wo es so heiß ist, hab ich immer ein Fläschchen als Proviant mit. Soll ich Ihnen ein anderes Exemplar bringen?" Drauf überlegte sie nicht lang und erwiderte - in Furcht, ich könne nochmal aufkreuzen - schnell: "Nein, wenn's nur Wasser ist, trocknet es ja."


Freitag, 31. Juli 2026

Kampf an der Kassa


 Um eine Flasche Mineral und eine Wurstsemmel zu erwerben, bemühte ich mich zum Billa, wo ich an der Kassa hinter zwei Damen zu stehen kam, die in ihrem Einkaufswagen offenbar einen Jahreseinkauf gehortet hatten. Im Zeitlupentempo begannen sie nun die Waren aufs Laufband zu legen, daher fragte ich die Ältere von beiden: "Entschuldigens, gnä' Frau, darf ich vorgehen?" - Na, mehr hab ich nicht gebraucht. Ein hasserfüllter Blick streifte mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel - wenn Blicke töten könnte, läge ich schon in der Prosektur, mein rechtes Auge tat mir am nächsten Tag noch weh, denn es hatte die volle Härte der dumpfen, im Laufe eines ev. elenden Lebens aufgestauten Gefühle abbekommen.

Sie keifte mich an: "Tsiss, dass das immer mir passiert! Sie sind eh noch jung, Sie können doch warten!" In einem Ton, als meinte sie: Du gehörst eigentlich standrechtlich erschossen! 

Ich schrumpfte um circa 10 cm und gab kleinlaut von mir: "Exaltieren Sie sich doch nicht so, ich hab ja nur höflich gefragt!"
   "Ja, aber Sie sind nicht der einzige Kunde, der mich fragt. Immer trifft es mich!"
    Immer noch auf Deeskalation bedacht meinte ich: "Entschuldigen Sie, aber ich konnte doch nicht wissen, welch schlimmes Schicksal Sie haben!"
   "Ja, ich muss ja blöd ausschauen, dass sich alle nur bei mir fragen trauen!", wütete sie weiter und räumte mit ihrer Gehilfin noch langsamer die Einkäufe aufs Band! Hätte sie mich vorgelassen, wär ich längst weg gewesen.
  "Nein, ich hielt Sie für eine freundliche Dame, aber ich hab mich geirrt! Wie öfters in meinem Leben!", gab ich zu.
  "Ich bin schon 77 Jahre!", stellte sie anklagend fest, als hätte ich ein Sakrileg begangen.
  "Das hat doch mit dem Alter nix zu tun, sondern mit dem Masseneinkauf!", begründete ich meinen Wunsch, vorgelassen zu werden, da ich wusste, die Kassiererin wartet, bis alle Waren auf dem Band liegen. Und in der Zeit des Ausräumens wär ich längst fertig. "Während Sie Ihr Wagerl ausräumen, wär ich schon  fünfmal weg!"
"Wo sehen Sie da Massen?" fragte sie, scheinbar schon leicht senil und deutete auf das Warenwirrwarr unterschiedlichster Produkte im Wert von mindestens 120 Euro. "Mir fällt das Stehen schwer!"
"Jaja, aber das Reden dafür umso leichter! Und ich glaub fast, das ist Ihnen viel wichtiger.
 Sie hätten mir meine zwei Sachen schon zahlen lassen können. Schließlich nehme ich Ihnen doch nix von Ihrer Lebenszeit weg!" 

Die Kassiererin wusste nicht, wo sie hingucken sollte. Sie rollte die Augen nach oben, prüfte dann die Maniküre ihrer Fingernägel, putzte dann den Scanner - sie hätte sich auch noch die Fußnägel lackieren können - und führte nach einer gefühlten Ewigkeit das Drüberziehen der unzähligen Produkte aus. Nach geschlagenen 10 Minuten kam ich dann auch endlich dran.
So wird einem unnütz die Zeit gestohlen! Und bei der ältlichen Gnädigen muss man nach ihrem Ableben die Goschen extra erschlagen!

Dienstag, 28. Juli 2026

Der Lemming-Millionärsfisch

 Ein lieber Freund erzählte mir, er hätte in einem Restaurant einen Lemming-Millionärsfisch verspeist. Natürlich erkundigte ich mich nach dieser speziellen Sorte, wo sie daheim war und wie sie aussah und schmeckte. Darauf erwiderte er nonchalant, er wisse nicht, was genau das für eine Spezies sei, doch hätte er in dem Restaurant bestellt, ohne auf die Preise zu achten und fühlte sich beim Bezahlen wie ein Millionär, der in Ermangelung seiner Millionen wie ein Lemming ins Meer gesprungen wär. Geschmeckt hätte das teure Tier wie eine Papierserviette, die man zuerst in eine undefinierbare Soße getaucht und danach ein wenig zu lang gedünstet hätte, dafür waren die kargen Beilagen wenigstens schmackhaft.

"Was willst du?", erlaubte ich mir die Frage, "die Meere sind total überfischt, mich wundert, dass überhaupt noch was drin rumschwimmt, das noch essbar ist, außer Seegurken, diese Wesen, die aussehen, als wären sie einem Albtraum entsprungen."

Da fiel mir selbst eine Episode ein, in der ich beim Bezahlen der Rechnung fast einem Herzanfall erlegen wär: Vor über 10 Jahren lud ich eine damalige Freundin zum Essen ein und sie bestellte sich Norwegischen Lachs! Der kostete 25 Euro und mir eine schmerzhafte Transplantation meiner damals geringen Barschaft in die Restaurantkassa. Unnötig zu bemerken, dass die Freundschaft nimmer lang dauerte...





Donnerstag, 16. Juli 2026

NEUER KRIMI!


 Seit gestern erhältlich https://buchshop.bod.de/agathas-geist-greift-ein-s-pomej-9783695736072?utm_source=saleswidget&utm_medium=referral&utm_campaign=saleswidget_small

Liebe Freunde! Wer noch ein Urlaubsbuch sucht, der klicke oben oder gleich daneben beim Shop-Widget. Es geht in dem Cozy Crime darum, dass die liebenswerte Agatha Christie als Geist einem überforderten Journalisten aus der Patsche hilft. Spannung & Humor garantiert! Wer sich jetzt fragt, darf denn die gute Agatha überhaupt in meinem Werk als Geist erscheinen? JA! Denn es gibt schon einen Präzendenzfall, nämlich das Donnerstagebuch von Lotte Ingrisch. Die Erben des Jörg Mauthe verlangten die Tantiemen dafür, dass ihr Verwandter Frau Ingrisch aus der Geisterwelt diktiert hat, doch der Richter entschied, ein Geist sei keine rechtliche Person.  - Also viel Spaß beim Lesen, Freunde!

NACHTRAG am 18.7.26: Es gibt schon eine *****-Rezession: https://www.ebook.de/de/product/53960828/s_pomej_agathas_geist_greift_ein.html 

NACHTRAG am 20.7.26: Neue *****-Rezi: https://www.lovelybooks.de/autor/S.-Pomej/Agathas-Geist-greift-ein-26254903853-w/

Dienstag, 14. Juli 2026

Dienstag, 7. Juli 2026

DRILL, BABY, DRILL!


 English Lesson for today: Pit didn't know, that he wasn't allowed to drill for Oil in the Living Room!

Mittwoch, 1. Juli 2026

URLAUB mit Bongo


 Früher fuhr man auf Urlaub in die Tropen, heute sind die Tropen freundlicherweise zu uns gekommen. 
Wer zu spät (zum Flughafen) kommt, den bestraft das Leben...


Samstag, 16. Mai 2026

Anruf aus dem Grab


 Gestern um 17.30 rief mich meine Großtante (101) aus dem Pensionistenheim an. Mit einer Stimme, als läge sie schon im Grab. Ich muss vorausschicken, dass ich sie voriges Jahr wöchentlich besucht habe - ohne Erbschaftsaussicht - und für sie einkaufte, sowie sie auf einigen Wegen begleiten musste. Ein einziges Mal fragte sie mich: "Was kriegst du für deine Zeit?" - "Na, nichts!", wehrte ich bescheiden ab. Über die Jahre verschenkte sie all ihr Hab & Gut an den geliebten Enkelsohn, der ihrem verstorbenen einzigen Sohn sehr ähnlich sieht. Immer wieder beschwerte sie sich über ihn: "Ich hab nie ein DANKE gehört. (Sie ist schwerhörig, will aber kein neues Hörgerät kaufen, weil sie meint, es nützt eh nix.) ... Was ich dem schon alles gegeben hat: Ein Auto, eine Wohnung, einen Garten ... immer nur nehmen, nehmen! ..... Der hat was weggeworfen, was mir gehört hat, ohne mich zu fragen, so respektlos! .... Der hält mich für deppat und das tut so weh! ..... Der wartet zu Weihnachten auf die Geschenke, der wartet nicht auf mich!" - Dennoch drängte sie ihm ihren Schmuck, sowie letztendlich ihre Ersparnisse auf. Er kam dennoch nie zu Besuch. Ihre schlechte Laune darüber ließ sie im vorigen Dezember an mir aus, worauf ich alle Besuche einstellte, auch weil sie mich verdächtigte, ihr Tarotbuch mitgenommen zu haben.

Und gestern rief sie an und sagte: "Was hast du dir dabei gedacht, wie du mein Tatotbuch beschädigt hast?" - "Grete, ich hab dein Buch weder mitgenommen, was auch ein Grund ist, dass ich dich nimmer besuche, noch hab ich es beschädigt! Was hätt' ich denn mit deinem Buch machen sollen?" - "Du hast Seiten rausgerissen für deine Bestseller!" (Ich wusste nicht, soll ich lachen oder weinen, da mir ein solcher bisher verwehrt geblieben ist.) - "Grete, das bildest du dir ein, wie hätt' ich denn das machen sollen, du bist doch immer vor mir gesessen. (Das war so deprimierend, dass ich zeitweise Lust verspürte vom Balkon zu springen)" - "Nur du hast dich dafür interessiert, es kannst nur du gewesen sein. Da hab ich mir gedacht, ein junger Mensch interessiert sich dafür und ihr glaubt, ihr könnt alles nehmen, ohne zu fragen und ich komm euch nicht drauf." - "Grete, du hast vergeblich versucht, dir die Liebe deines Enkelsohns zu erkaufen und jetzt bin ich wieder der Sündenbock! Ich hab dein Buch nicht beschädigt!" - "Ich hab's doch gesehen! Ihr braucht nicht glauben, ich bin die Alte, die nicht merkt, wenn ihr was nehmt, ohne zu fragen, aber ich komm euch drauf und heute hatt' ich Lust, dir zu sagen, dass ich es weiß, pfüat dich!"

Bin ich froh, dass sie mich nie auf die Bank geschickt hat, sonst wär ich noch schuld, dass ihr Girokonto leer ist. Wahrscheinlich hat sie die Seiten selber rausgerissen, aus Rage, weil sie die kleinen Buchstaben nimmer lesen kann. So wie Jack Londons Seewolf im Wrack der Ghost alle Bücher zerrissen hat, da er blind geworden ist. 

Dienstag, 21. April 2026

LESUNG Agathas Geist ermittelt


 In der Kürze liegt die Würze, liebe Freunde, das Cozy-Crime findet auf 300 Seiten statt! Dafür erhielt ich sogar in der Wiener Zeitung am 28.9.2021 eine Rezension!

Samstag, 18. April 2026

TODESPUNKT - Leseprobe

 Ein kalter Windstoß wehte ihm ins Gesicht und seine Augen begannen zu tränen. Gleichzeitig merkte er, dass sie beide auf einem abschüssigen Gelände standen.
Vorsichtig spähte er herum, bemühte sich nicht abzurutschen, versuchte Claire zu stützen, konnte niemanden ausnehmen. Es war auch kein Ton zu hören, doch das konnte die Ruhe vor dem Sturm sein.
   „Keiner mehr hinter uns!“ Lasziv steckte sie ihm ihre Zunge ins linke Ohr.
   "Ich fürchte, so schnell geben unsere Verfolger nicht auf, Claire!"
   "Und was sollen wir tun?", wollte sie wissen. "Uns auf sie stürzen wie der Zorn Gottes?"
   "Ja, wie der Erzengel mit dem Flammenschwert!" So sehr er sich bemühte, so wenig konnte er in der Dunkelheit erkennen. Nur ihr bleiches Gesicht, welches ihm immer näherkam. Ihre roten Lippen öffneten sich zum Kuss.
Über ihnen kreiste knatternd ein Hubschrauber, dessen Abwinde wie ein Orkan wirkten. Eiskalt - die Klagen der kleinen Klima-Greta schienen erhört worden zu sein. Claire begann zu zittern.
   "Mir ist kalt, wärme mich", forderte sie ihn mit fester Stimme auf.
Ihr Wunsch war ihm Befehl und er riss sich sein Hemd vom Leib, unter dem er nur ein weißes Feinripp-Shirt trug, legte es ihr fürsorglich um die Schultern und schien hingerissen von ihrem schönen Gesicht mit den feurigen Augen, umrahmt von ihrer wilden Mähne.
   "Das genügt mir nicht", hauchte sie, „ich will mehr von dir!“
Die Worte seines Chefs fielen ihm ein 'Diese Schauspiel-Diva hat großes Anspruchsdenken', dennoch war er bereit ALLES für sie zu tun! Wirklich alles! Also fetzte er sich sein Feinripp-Shirt ebenfalls vom Leib und stand nun mit nacktem Oberkörper vor ihr.
   „Das genügt mir nicht“, wiederholte sie, "reiß dir die Haut vom Leib für mich."
   „Claire, wir werden praktisch von allen Hunden gehetzt und du verlangst Unmögliches von mir!“
   „Wenn du mich liebst, dann tust du es“, stachelte sie ihn an. Ihre Pupillen weiteten sich in freudiger Erwartung.
Die Kälte kroch unbarmherzig an ihm hoch, verursachte ihm eine Gänsehaut und er schämte sich ob dieser Schwäche vor ihr. Zudem hörte er sich nähernde, laut knirschende Schritte, Hundegebell, das immer lauter anschwellende Knattern des Such-Hubschraubers und aufheulende Sirenen. In der Ferne tauchten die Lichtkegel von Taschenlampen auf. Entschlossen packte er sie an der Hand und zog sie hinter sich her.
   „Komm Claire, wir müssen von hier fort“, rief er ihr zu, doch sie schien sich schwer zu machen, denn es war ihm fast nicht möglich sie von der Stelle zu bewegen.
   „Jonas, tu es für mich!“, forderte sie ihn auf. „Dann bereite ich dir in New York eine Liebesnacht, wie du sie noch nie erlebt hast!“
Zu allem entschlossen wandte er sich zu ihr um und starrte in ihr bleiches Antlitz, dessen Augen ihn zu durchbohren schienen und dessen Mund sich vielversprechend öffnete. Rasch entriss sie ihm ihre Hand und nestelte an seinem Hosenschlitz herum.
Sein Smartphone schrillte. Habe ich es überhaupt eingesteckt, fragte er sich erschrocken und tastete in seine hintere Hosentasche. Vor ihm geriet Claire in Panik, ihre Schlafzimmeraugen vergrößerten sich, die Pupillen weiteten sich noch mehr, verdrängten die farbige Iris und ihr Mund klaffte weit auf.
   "NEIN! Nimm das Gespräch nicht an, es wird uns auseinanderreißen!", flehte sie ihn an, ihre Blicke schienen ihn töten zu wollen.
Doch das Smartphone wollte nicht mehr verstummen, ihm wurde ganz schwummerig und er erwachte in den Morgenstunden in verkrampfter Sitzhaltung wie gerädert fassungslos vor dem Monitor seines Computers, auf dem ihm der Bildschirmschoner die Landschaft der Antarktis zeigte. Ihn fröstelte - er hatte total vergessen die Heizung einzuschalten. Zudem schmerzte ihn sein Kreuz von der unorthodoxen, verkrümmten Sitzhaltung.
Ein Blick auf das Display seines immer noch unbarmherzig Laut gebenden Handys zeigte ihm, WER da zu stören gewagt hatte.
   "OMA! Du hast mich aus dem aufregendsten Traum meines Lebens gerissen!"

Das war eine Leseprobe meines Cozy-Crimes TODESPUNKT

Samstag, 28. März 2026

Alfreds Vortrag

Beim SF-Stammtisch ging's gestern wieder einmal hoch her, denn Gäste aus Deutschland bereicherten die Runde - u.a. Birgit Fischer, die mit Anhang per Zug anreiste - und stockten die üblichen 10 bis 15 Leute auf zirka 30 laut plappernde SF-Fans auf. Alle warteten gespannt auf Alfreds Vortrag über das Wiener Fandom. Wir bezeichnen ihn als Urgestein, da er schon 1955 im zarten Alten von 10 Jahren vom Science-Fiction-Virus infiziert wurde, doch eigentlich gebührt dieser Titel seinem Freund Axel Melhardt, dem Gründervater der SFGW (Science-Fictiongruppe Wien).

Alfreds Mutter spendierte ihrem utopiebegeisterten Sohn die 1. Heftserie vom UTOPIA-Verlag (nachdem der Rauch-Verlag Pleite gemacht hatte) sowie viele Hefte vom URANIUS-Verlag, ja sogar den Mitgliedsbeitrag, denn mit 12 Jahren trat unser Hyperfan Alfred ins FANDOM ein. Zum Beweis zeigte er seine zahlreichen Mitgliedsausweise - damals gab's in Wien sogar noch 3 Science-Fiction-Clubs (einer davon nannte sich ab 1960 AUSTROPIA, ein Lokal befand sich übrigens in der Dapontegasse, 1030 Wien) - mittels Beamer, sowie auch zahlreiche Fotos (oft von Robert Christ geschossen) von noch jungen Science-Fiction-Fans. Dazu gab's ein Foto-Ratequiz, denn die vorwiegend männlichen Clubmitglieder sind mittlerweile etwas in die Breite gegangen und weisen auch eine leicht veränderte Physiognomie auf, zum Teil mit Bärten. Alfred wollte jüngeren Anwesenden die Chance auf ein Erfolgserlebnis geben und gebot den 'alten Scheißern über 50' die Pappen zu halten. Den schwarz-weiß-Fotos der Jungen clickte er dann die Farbfotos der Gereiften zu. Manche haben sich gut gehalten.

Zurück zu Alfreds Jugend: Er durfte mit 15 Jahren zu seinem ersten SF-Club-Treffen, aber laut seiner strengen Mutter nur mit Krawatte, (während Helmuth W. Mommers Rollkragenpulli trug). Zuerst wurde er Schriftführer und ging eine langjährige Fan-Freundschaft mit Fritz Bachtrögler ein, dessen Sohn er auch zu seinem 80er zum Geburtstagsessen eingeladen hat. Seit 1972 - also 54 Jahre - frönt er seinem Hobby mit Leib & Seele, daher blieb er ein ewig junger Methusalem. Er konnte sowohl seine 1. Frau Anne als auch seine 2. Frau Gerti für das Science-Fiction-Faible begeistern und kann sich rühmen, die größte FANZINE-Sammlung der 50er & 60er-Jahre im Keller seines Hauses zu beherbergen in welchem er auch den Chefredakteur von Vulkan Spirit empfing. 

https://vulkanspiritnews.substack.com/p/episode-76?utm_source=podcast-email&publication_id=2790112&post_id=193050258&utm_campaign=email-play-on-substack&utm_content=watch_now_button&r=6d9x8g&triedRedirect=true&utm_medium=email 

Zudem lernte er zahlreiche verlässliche Freunde kennen, wie z.B. Walter Ernsting (Clark Darlton), Ernst Vlcek, Dr. Franz Rottensteiner, Franz Ettl, Hans Langsteiner, Helmut Magnana, Robert Christ, Helmuth W. Mommers, Edi Lukschandl, Andreas Reinisch, Paul Swoboda, Gerhard Schneider, Christian Pree, Joachim Angerer, Bestsellerautor Viktor Farkas (letzterer und einige davor sind uns schon in die Ewigkeit vorausgegangen), noch viele andere mehr - auch etliche weibliche Fans, wie z.B. unsere liebe Pony, Nina, Vera, Lygia, Verena, Ellen, Susanne, Sabine, Goschka, Michaela und zuletzt Neuzugang Franzi. Persönlich traf er in seiner Eigenschaft als treibende Kraft der SFGW sogar Berühmtheiten wie Erich von Däniken sowie Arthur C. Clarke - ebenfalls mittels Fotos bewiesen und in einem Buch über das österreichische Fandom, das allerdings schon vergriffen ist, dokumentiert. Man konnte bei Alfreds lebhaften Vortrag deutlich das Brennen für Science-Fiction spüren, den Schalk in seinen Augen sehen und von seinem Esprit profitieren. Danke, lieber Alfred, für Deine nimmermüde Bereitschaft, diesem manchmal sträflich unterschätztem Genre seinen Tribut zu zollen!

PS: Das wunderbare Foto stammt von Chris Haderer, der ebenfalls unsere illustre Runde bereicherte. 
 

Donnerstag, 26. März 2026

Versteigerung

 Aus den Reisetagebüchern meiner verstorbenen Freundin Brigitte

8.8. Erwachen um 9 Uhr auf dem Public Parkplatz von Winnipeg, einer gemütlichen, etwas verschlafenen Stadt mit ein paar historischen Bauten & Parks, auf die man recht stolz ist. Gehen zum Hudson Bay einkaufen, ich kaufe mir Jeans um 13 $ + eine Pelzjacke um 30 $. Im Coffey Shop setzt sich ein Deutscher zu uns, der seit 22 Jahren hier wohnt. Er plaudert naiv drauflos, habe vor 6 Jahren seinen Job in einer Bäckerei gekündigt, wo er 10 $/Stunde verdiente, hat seine 3 Häuser verkauft und bekommt nun 1.000 $/Monat Hypotheken, er vergleicht die Preise von hier mit Deutschland, außerdem sind die Leute hier alle freundlicher, drüben wäre man so rüde & böse, das entrüstet ihn.  Er lädt uns ein zu einer Versteigerung, zu der er jede Woche gehe und Dinge billig einkauft und über die Zeitung wieder verkaufe. 
  Man versteigert die unmöglichsten Sachen: von nicht funktionierenden Radiouhren, Waschmaschinen aus dem Jahre Schnee um 3 $ über alte Betten, Sofas, Spiegel, Besen, Teppiche, Bücher & Platten bis zu kitschigen Nippesfiguren - alles Ramsch! Er kaufte ein Sofa um 77 $, eine Uhr um 3 $, ein Drahtgestell um 2 $, einen Polstersessel um 7 $ und ein Tischchen um 11 $. Versammelt ist die senile Brigade der Stadt, zahnlos, haarlos, hinkend & stammelnd und jeder wäre steinreich, erzählt uns Günther. Die eine habe 150 Appartements, der andere, ein 80jähriger Greis, habe 1 Million beim Spielen verloren und wir beobachten eine aparte Dame mit Strohhut, gefühlte 79, die unaufhörlich ihren linken Fuß näher an ein 25-Cent-Stück schiebt und ihn schließlich draufstellt, um es am Ende der Versteigerung endlich unauffällig aufzuheben. Sie war so beschäftigt damit, die 25 Cent nicht zu verlieren, aber auch nicht die Aufmerksamkeit der Nachbarn auf sich zu lenken, dass sie von der ganzen Versteigerung nichts mehr mitbekam. Wir hatten genug nach 2 Stunden und verabschiedeten uns. Fuhren essen und weiter zum Zoo, wo man auch einen englischen Garten hat, ein Tropenhaus usw. Am Abend fuhren wir zurück in die Stadt, Freitag ist etwas mehr los. Die Hauptstraßen sind beleuchtet, viel Verkehr, Coffey Shops, allgegenwärtige Mc Donalds, wenige Bars & einige Restaurants im French Quarter.
  9.8. Schliefen auf dem Parkplatz von gestern und fuhren dann zum Old Market Square, wo ein greasy pig race stattfindet. Buden sind aufgestellt mit Würste verkaufenden Ungarn & Spielzeug verkaufenden Ukrainern. Dann brachte man Schweinchen, fettete sie ein und ließ sie auf den abgezäunten Rasenplatz frei. Der 1. Bursche, der ein Schwein über die Ziellinie trägt, bekommt eine Wochenendreise auf einer Yacht, 2. + 3. Preis sind Tickets für Abendessen & Lunch in einem feinen Hotel. Es war recht spaßig. Dann führten Ukrainer in ihrer Tracht Tänze auf. Man will, dass an einem Tag/Jahr jeder seine Tracht trägt, um das Vielvölkertum herauszustreichen. Wir machen Fotos und fahren 9 Meilen zu einem Rastplatz, wo wir übernachten.

Samstag, 21. März 2026

Der gruselige Informant

  
 "Sex and Crime, Jericho, sowas interessiert die Leute!"
 "Ganz was Neues. Soll ich jetzt eine nymphomane Mörderin auftreiben?"
Durch ein offenes Fenster wirbelten die Herolde des Herbstes - bunt gefärbte Blätter - herein und erweckten den Wunsch einer Reise nach Vermont.
 "Wir brauchen eine Hammer-Story, die unsere Auflage steigert, Jericho", raunte ihm der Chefredakteur über die Schulter zu, während er das Fenster schloss. "Die alte Sensationsstory vom Mann, der einen Hund beißt, können Sie vergessen, Jericho! Jetzt muss mindestens ein Außerirdischer her, der Sie in den Arsch beißt!"
 "Also wirklich, das können Sie weder von mir noch von meinem Sitzfleisch verlangen!"
Riasek ließ sich wie ein nasser Sack auf seinen Drehstuhl plumpsen und lockerte seine getupfte Krawatte. Beiläufig streifte sein Blick den Playboy Wandkalender vom Vorjahr - Miss Dezember gefiel ihm so sehr, dass er noch keinen Tausch vorgenommen hatte. "Eine weitere heiße Sache - außer Sex und Mord - ist Esoterik."
 "Jaja, Placebo fürs Volk." Jonas stand wie ein armer Sünder vor ihm, der vergeblich auf Erbarmen hoffte.
 "Diese esoterischen Umtriebe, von denen unsere Konkurrenz berichtet hat, sollen angeblich der Realität entsprechen. Reicht zurück bis zu dem Mord, den dieser Plensberg am Kerbholz hat. Fahren Sie mal zur JVA und interviewen Sie den Häfenbruder!" 
"Och, haben Sie nix anderes für mich, Chef, als ein Tete-a-Tete mit einem Zuchthauszebra?"
 "Um das Leben zu managen, müssen wir uns alle disziplinieren und mitunter etwas gegen unsern Willen tun, Jericho!" Aus der mittleren Schublade seines vollgeräumten Schreibtisches holte Riasek einen zerknüllten Käsezettel heraus, auf dem in seiner Apothekerschrift Name, Adresse und sogar die Gefangenennummer gekritzelt standen. "Ich erwarte Ihren spannenden Artikel spätestens zu Redaktionsschluss."
Der Tipp an Jonas, den einsitzenden Ex-Journalisten, der laut seiner Verteidigung einen Mord auf Befehl der Geisterwelt begangen hatte, im Gefängnis zu besuchen, zeigte sich in der Umsetzung etwas schwierig. Zuerst musste er die Hürde des Amtsweges inkauf nehmen, welcher über den Direktor des ehrwürdigen Hauses Stein an der Donau - einer einzigen Architekturscheußlichkeit -  führte. Dieser oberlehrerhaft agierende Mann unterzog ihn in seiner stickigen Amtsstube einer eingehenden Befragung, was er seinen ehemaligen Kollegen eigentlich fragen wollte.
  "Tja", begann Jonas in seinem hellblauen Anzug auf dem harten Sessel umherrutschend, wobei er überlegte, ob er dem Direktor den wahren Grund für den Besuch nennen sollte, entschied sich jedoch ad hoc dagegen. "Wir haben zwar nie bei derselben Zeitung gearbeitet, doch man kannte sich. Denn ich erfuhr schon früh von seinem reißerischen Schreibstil und die humorige Aufbereitung von zumeist schlimmen Tatsachen."
   "Ach", sagte der Direktor, ein stiernackiger Pykniker in einem schlecht sitzenden Sakko, das er wahrscheinlich aus einem Versandhaus geschickt bekommen hatte, "dann wollen Sie also noch von ihm lernen, Herr Jericho?"
   "NEIN!", beeilte er sich festzustellen, um mit seinen über 40 Lenzen nicht wie ein Anfänger zu wirken. "Es ist vielmehr so eine Art Abklopfen, inwieweit ihn die Haft schon verändert hat." Das, was er da sagte, war allerdings reine Improvisation. Denn hätte er erklärt, er habe eine Absicht, übersinnlichen Vorgängen auf die Spur zu kommen und wolle vom Häftling einen Rat diesbezüglich für einen Aufmacher erhalten, dann wäre der Direktor eventuell seinem Antrag auf Besuch ablehnend begegnet.
   "Verstehe", nickte der Direktor und unterschrieb die Besuchserteilung. "Bei uns bewährt sich allerdings nur ein starker Charakter, ein schwacher geht unweigerlich zugrunde."
  "Und Plensberg ist ein starker Charakter, Herr Direktor?"
  "Leider. Der Insasse übt negativen Einfluss auf seine Zellengenossen aus. Einige haben sich schon wegen Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken verlegen lassen. Momentan sitzt er mit zwei Frauenmördern ein, die etwas resilienter sind."
 Eine halbe Stunde später saß Jonas dem feist gewordenen Gefangenen in Fleisch und Blut gegenüber. Die Gefängnisküche musste entweder vorzüglich sein oder die einstündige Freigangsmöglichkeit unzulänglich für gymnastische Übungen zur Verdauung. Dann sagte der inhaftierte Mörder allerdings etwas, dass auf Möglichkeit eins schließen ließ.
   "Ich habe Sie nur empfangen, weil mir für heute eine zweite Portion Nachtisch versprochen wurde. Und gerade heute gibt es Dukatenbuchtel mit Vanillesoße. Eine wahre Delikatesse!", schwärmte er, wobei er ganz verzückt dreinsah. Beinahe so, als hätte er eine himmlische Erscheinung.
In dem 15-Quadratmeter-Zimmer, das extra für besondere Besucher zur Verfügung stand, herrschte noch hochsommerliche Temperatur. Zwischen dem Gefangenen vor sich und einem Justizbeamten hinter sich, fühlte sich Jonas wie ein Sandwich im Toaster. Ein kleines Rinnsal Schweiß lief ihm über den Rücken.
Das war eine Vorschau auf ein geplantes weiteres Abenteuer von Jonas Jericho ...

Montag, 9. März 2026

Der 5. Geburtstag

 meines Cozy-Crimes AGATHAS GEIST IN ÄGYPTEN steht an, liebe Freunde. Fünf Jahre  –  das sind 1825 Tage, 43.800 Stunden und 2.628.000 Minuten. Ganz schön viel, oder? Hier eine kleine Leseprobe:

 "Konnten Sie in seinem Zimmer einen Hinweis auf ein Motiv finden?"
"Nein, äh, das heißt, ich habe bei einem Anruf einer Nummer, die er in den Papierkorb geworfen hatte, herausgefunden, dass er jemanden Geld schuldet. Allerdings nur eine kleine Summe."
"Das Geld ist immer ein Motiv, von der Summe nicht abhängig, es gab schon Morde wegen einer verweigerten Zigarette."
"Stimmt. Ich werde mich morgen dahinter klemmen und versuchen herauszufinden, ob schon sicher ist, dass Belosi das Opfer ist und der Polizei meine Hilfe anbieten."
"Das würde ich an Ihrer Stelle lieber unterlassen. Sehen Sie, die ägyptische Polizei lässt sich nicht gern von ausländischen Journalisten unterstützen, die englische übrigens auch nicht."
"Ja, ich erinnere mich noch an Inspektor Tamzin. Nach dem Frühstück werde ich an Belosis Zimmer pochen, wenn er nicht HEREIN ruft, dann besuche ich wieder den Hoteldirektor."
"Das ist ein guter Plan."
Aus reiner Neugierde fragte er vorsichtig: "Waren Sie heute auch bei dem Fest und haben Ihre lustigen Landsleute beim Tanzvergnügen beobachtet?"
"Oh ja!"
"Und tat es Ihnen leid, nicht in Fleisch und Blut daran teilnehmen zu können?"
"Oh nein! Zu enge Kleider und zu enge Schuhe, zu flache Unterhaltungen und zu laute Musik möchte ich mir nicht mehr antun müssen."
"Wünschen Sie sich nicht wieder, ein Mensch zu sein, Mrs. Christie?"
"Oh Gott, nein! Dazu hat eine Existenz als Geist einfach zu viele Vorteile."
"Zum Beispiel?"
"Kein Klogang, keine Zahnschmerzen mehr, keinen Hitze-Schweiß, keine Transportprobleme, keinen Hunger, keine unerwünschten Annäherungsversuche, keine Streitigkeiten-"
"Sie können aufhören", unterbrach er sie, "ich werde sonst neidisch. Mit verzerrtem Gesicht griff er sich unter seine Pyjamajacke. "Puh, mein Bauch ist immer noch rebellisch."

Mittwoch, 4. März 2026

Der. 4. Versuch - Leseprobe

 

Auf dem Weg nach draußen kam er am Computer vorbei, auf dessen Bildschirm in rascher Abfolge geometrische Figuren in allen Farben oszillierten, sich in springlebendige, dreidimensionale Aquariumsfische verwandelten, die aus dem Bild sprangen und sich in Nichts auflösten. Daneben lag ein iPhone-Armreif, den Ivy wohl abgelegt hatte, um nahtlos braun zu werden. Mit einem Blick zum Balkon vergewisserte er sich, dass sie ihm nicht folgte. Aus der linken Hosentasche holte er seinen USC-Stick heraus und steckte ihn an den Computer an. Es handelte sich um einen jener smarten Sticks, die eine Ultra-Fast-Copy-Funktion besaßen, und nur für Personen mit einer Sondergenehmigung erhältlich waren. Es dauerte nur fünf Sekunden und der Doktor konnte den Stick wieder herausziehen. In diesem Augenblick läutete der iPhone-Armreif und er erschrak. Zum Ausgang war es zu weit, so eilte er in den Raum gleich neben dem Schreibtisch, dessen Tür nur angelehnt war. Gerade rechtzeitig konnte er dahinter verschwinden und sah sich im ehelichen Schlafzimmer stehen. Das Doppelbett zeigte sich ungemacht, die Laken zerwühlt und mit einigen Flecken verunreinigt. Draußen hörte er seine Gastgeberin das Gespräch annehmen.
  "Hallo, Maurice! Nein, ich bin ganz allein. Frank ist beim Training. Mhm! Hahaha. Du bist mir einer. Sicher können wir uns treffen."
Dem Doktor wurde mulmig zumute, denn wenn sie ausgehen würde, musste sie sich vorher ankleiden und dazu bestimmt das Schlafzimmer aufsuchen. Mit dem Anflug von Verzweiflung suchte er nach einem Versteck, doch unter dem Bett fand er zu wenig Raum für seinen dicklichen Körper und die Schränke schienen ihm zu schmal, um sich hineinzuzwängen. Vorhänge gab es an den Fenstern keine, hinter denen er sich verbergen konnte. Draußen hörte er Ivy schrill auflachen. 
  "Hihihaa! Maurice, du bist ein ganz Schlimmer! Ja, im Odeon bekommst du sicher einen Fensterplatz für uns. Wann soll ich dort sein? Das schaff ich leicht! Bin gleich bei dir, falls mir nichts dazwischen kommt!"
  Dem Tête-à-Tête schien sie schon entgegenzufiebern, Doktor Cullen begann zu schwitzen, er musste handeln, um der Peinlichkeit der Entdeckung zu entgehen. Daher holte er aus seiner rechten Hosentasche seinen Betäubungsspray heraus. Eine Prise davon in das ebenmäßige Gesicht der blonden Frau und sie würde bewusstlos zu Boden sinken und sich nachher nicht mehr erinnern können, was die paar Minuten davor passiert war. Schon hörte er sie mit gedämpften Schritten zur Tür tapsen, die sich leicht öffnete. Noch bevor sie eintrat, streckte er den Arm aus, betätigte den Sprayknopf und das Betäubungsmittel konnte mittels einer kleinen Sprühwolke seine Wirkung entfalten. Lautlos sank sie nieder, ihr schlanker Körper verursachte beim Auftreffen auf dem beigen Teppichboden kaum ein Geräusch. Hastig steckte er die kleine Spraydose wieder ein, beäugte sich Ivy Askin, verdrängte die Versuchung, sich an ihr zu vergehen und hob sie vorsichtig hoch. 
Merkwürdig, sinnierte er: Wie alle Frauen besteht sie nur aus Muskelmasse, Fettgewebe mit Haut überzogen und verströmt dennoch die Aura einer schlafenden Göttin.
Mit sicheren Schritten trug er seine höchstens 50 Kilogramm schwere Last zurück auf den Balkon und setzte sie ganz vorsichtig wieder hin. Vom Hochhaus gegenüber, das über keine Balkone verfügte, konnte ihn niemand gesehen haben. Die Fenster hatten sich alle verdunkelt, um die Bewohner vor zuviel Hitze zu bewahren. 
  Beim Drapieren ihrer Beine konnte er sich nicht zurückhalten und strich langsam an der Innenseite ihrer Schenkel entlang. Ihre Haut fühlte sich wie Seide an. Nun konnte er Frank verstehen - von so einer Frau lässt sich kaum ein Mann scheiden. Widerwillig riss er sich von ihrem verführerischen Anblick los und eilte zum Ausgang. Doch beim Computer blieb er nochmals stehen, holte aus der Innentasche seines Sakkos einen kleinen Störsender in Form eines harmlos aussehenden Schlüsselanhängers heraus, mit dem er den Armreif außer Betrieb setzte. Ebenfalls ein sehr nützliches Gadget, das nur gewissen Auserwählten zur Verfügung stand. Danach tupfte er sich mit einem Tissue aus einem goldfarbenen Spender hinter dem Computer die Stirnglatze ab und schritt entschlossen aus dem Apartment.

Auf Lovelybook bekam ich dafür eine 5*-Kritik auf Zauberspiegel einen Verriss - der Kritiker starb allerdings kurz darauf, was mir zeigte, dass es ihm beim Lesen schon nicht mehr so gut gehen konnte... Aus diesem Stoff schöpfte ich noch ein HÖRBUCH

Montag, 2. März 2026

IRRE

 David gratulierte sich, denn ein Praktikum in einer Einrichtung für psychisch Kranke, also einer psychiatrischen Notaufnahme, konnten Medizinstudenten nur schwer bekommen. Solche Einrichtungen nannte man früher salopp Irrenhaus - oder auch im Slang 'Fleeky-Farm' - und offiziell gab es sie nicht einmal mehr, denn das Ziel, menschenunwürdige psychiatrische Kliniken zu schließen, wurde erreicht. Das bedeutete jedoch, dass die Kranken nun oftmals im Knast landeten oder einfach auf der Straße, so lange, bis sie sich durch eine Straftat das Eingreifen der Behörden und dann erst den Platz im Knast verdient hatten.
Erschwerend kam hinzu, dass die wenigsten Kranken einsahen oder einsehen konnten, ein psychisches Problem zu haben. Nur jene, die das Glück einer Familie genossen, die mittels einer Verfügung für eine Zwangseinweisung auch gegen den Willen der Kranken einen Platz für diese in der psychiatrischen Notaufnahme erwirkten, bekamen dann auch eine passende Behandlung. In vielen Staaten der USA, wie z.B. in Virginia, galten diese Verfügungen zum Schutz der Kranken allerdings nur für wenige Stunden - in Virginia nur sechs Stunden. Gelang es nicht, in der Notaufnahme in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit ein freies Bett zu finden, musste der Kranke wieder freigelassen werden. Und der Teufelskreis Straße - Knast begann wieder von vorne.
Virginia, ein Teilstaat der USA, der schon während des Sezessionskrieges seine nordwestlichen Bezirke an West Virginia abgeben musste, besaß den Beinamen 'Old Dominion' - altes Herrschaftsgebiet. Just diese Gegend namens West Virginia - im Volksmund 'Mountain State' - wurde einst schon von den amerikanischen Ureinwohnern als Gegend, in der es zu sonderbaren Vorkommnissen kam, oft gemieden. 
David stammte von dort - genauer gesagt aus der Hauptstadt Charleston - und hatte weder Kosten noch Mühen gescheut nach Virginia, dessen waldreiche Gegenden im gerade herrschenden Indian Summer ihr leuchtendes Herbstlaub präsentierten, zu übersiedeln. Genau hier hatte er sich die Stadt Alexandria ausgesucht, um sein Praktikum absolvieren zu können. Die Stadt mir ihren knapp 150.000 Einwohnern lag zehn Kilometer von Washington D.C. entfernt und erstreckte sich an der Westseite des Potomac Rivers. Für David schien es auch wichtig, dass sie eine Partnerstadt in Schweden hatte: Helsingborg. Denn er hatte schwedische Wurzeln, denen er einmal, sobald er selbst genug verdiente, auch auf den Grund gehen wollte. Außer seinen blonden Haaren hatte er allerdings nichts mit Schweden gemein, fühlte sich durch und durch als 'All American Boy'.
Schon sein erster Tag in der Anstalt hatte es in sich. Begrüßt von einem dunkelhäutigen Hünen, der aussah wie die Mischung eines Basketballers und eines Wrestlers, wurde ihm schon beim Gang durch das weit verzweigte Gebäude mit seiner etwas einschüchternden Architektur mulmig.
  "Ich kann mir schon vorstellen, was du hier bei uns suchst", sagte Logan mit einer sehr tiefen Stimme, der David in einem weißen Mantel, unter dem er eine weiße Hose trug, herumführte.
  "Sicher, ich suche Arbeit!", erklärte ihm David, welcher sich ebenso eingekleidet zeigte.
  "Nein, du suchst hier das Abenteuer", befand Logan und grinste, wobei er herrlich weiße Zähne zur Schau stellte. Es sah fast so aus, als hätte er 64 davon, und zwar alle im Oberkiefer.
  "Abenteuer?", wiederholte David verständnislos.
  "Sicher, du bist so ein Surfer-Typ, ein Sunnyboy, der es satt hat, dass sich alle Frauen an ihn ranschmeißen und nun etwas ganz anderes sucht." Logan öffnete mit seinem Schlüssel einige Türen und vermittelte dabei ungewollt den Eindruck eines Gefängniswärters. Dabei ähnelte er dem Schauspieler Michael Clarke Duncan in seiner Rolle des wundertätigen Gefangenen in dem Film 'The Green Mile'.
  "So viele Frauen hatte ich noch gar nicht, wie du mir vielleicht zutraust. Mir geht es einfach darum, mein Praktikum hier abzuschließen, damit ich später einmal Psychiater werden kann." Das hatte er wirklich auf dem Plan, denn er dachte sich, dass das ein einträglicher und vor allem sehr interessanter Beruf sei. Einen Plan B gab es für ihn nicht.
  "Wenn du meinen Rat willst: Such dir einen andern Beruf, denn der frisst dich auf!" Da sprach wohl viel Erfahrung aus Logan.
  "Danke, aber mein Entschluss seht fest. Wenn ich mir einmal etwas vorgenommen habe, dann setze ich alles daran, es auch durchzuziehen, ganz egal welche Schwierigkeiten auch auftauchen!"
Nun sah ihn Logan mit einer Mischung aus Bewunderung und Skepsis an. "Das habe ich hier schon öfters gehört. Und zwar von den Patienten. Aber du wirst sie ja selbst bald alle kennenlernen."
Inzwischen waren sie vor dem Büro des Direktors angekommen, eines älteren Mannes in einem schlecht sitzenden Anzug, der so überhaupt nicht den Eindruck eines Anstaltsleiters erweckte, eher den eines Besuchers, der nur kurz einen labilen Verwandten hier abliefert. Als Logan mit David eintrat, hob er den Kopf von seinen mit Papieren und Formularen übersäten Schreibtisch und lächelte milde.
       DAS WAR EIN AUSSCHNITT MEINES E-BOOKS AUFRUHR

Freitag, 27. Februar 2026

STAR GATE-Hefte-Vortrag

 Schon wieder ein interessanter Vortrag im Extrasalon des Steirerhofs: 
Unser liebenswerter Hans-Peter Kögler erzählte - unterstützt von Urgestein Alfred am Beamer - über die Heftserie STAR GATE Tor zu den Sternen, die absolut nichts mit der späteren TV-Serie zu tun hat. Vor über 40 Jahren, 1985, taten sich 4 Autoren zwecks Schöpfung zusammen:
 Uwe Anton (Pseudonym u. a. „Carsten Meurer“), Werner Kurt Giesa (Pseudonyme „Kurt Carstens“, „Ted Ewigk“), Wilfried A. Hary und Frank Rehfeld
Dieses Vierer‑Team entwickelte das Serienkonzept und schrieb die Hefte. 
Der Merkur-Verlag brachte 1986 die ersten 12 Hefte heraus. Sie schufen ein neues Universum, auf dessen Planeten die Supermacht Konfora Transmitter in Pyramiden-Form - auch auf der Erde & dem Mond - aufstellten, unterstützt von einem halben Dutzend Industriekonzernen, bzw. einem Konglomerat von Konzernen, so eine Art UNO. Einige Konzerne spionierten die andern aus, was natürlich zu erheblichen Verwicklungen und Krisen führte. Gleich zu Beginn landeten die wackeren STAR GATE-Helden zudem irrtümlich noch auf einem völlig fremden Planeten (siehe unten). Schließlich sprengte ein Selbstmordattentäter (wie vorausschauend die Autoren doch damals schon waren) einen solchen Transmitter. 
Das bedeutete zwar nicht das Ende der Serie im neuen Universum, doch leider ging in der Realität der Merkur-Verlag Pleite - die Autoren hätten eher den Pabel-Verlag oder den Bastei-Verlag wählen sollen, dann wären sie nicht in die Bedeutungslosigkeit entschwunden.
Jedenfalls ließen sich's die tapferen Autoren nicht verdrießen, fanden eine neue Heimat für die Bände 13–21 beim Volker‑Krämer‑Verlag, vor allem dank W. K. Giesa, und schufen u.a. noch den Ferienplaneten Kyphora, sowie eine Sicherheitsschaltung, mit der man die anderen STAR GATES vor weiteren Attentaten sichern konnte. Die Hefte trugen Titel wie z.B. HÖLLENKOMMANDO PHÖNIX, ZEITSPRUNG, GEHIRNPEST, usw, und die Autoren brachten es immerhin auf 188 Romane.
KLAPPENTEXT: 2063 gelingt einem Team von Wissenschaftlern die Verwirklichung eines alten Menschheitstraums: Der Transmitter - die Überbrückung beliebig großer Entfernungen in Nullzeit! Am 15. Juli des Jahres wagt eine Gruppe von Spezialisten den Schritt per STAR GATE von der Erde zum Mond. Da geschieht das Unfaßbare: Sie materialisieren in einer Transmitterstation, die ihnen vollkommen fremd ist. Schnell wird klar, daß sie sich auf einer fremden Welt befinden! Doch wie ist das möglich? Viel Zeit bleibt den Menschen nicht, um nach einer Erklärung zu suchen, denn dieser Planet ist ihnen alles andere als freundlich gesonnen...
 Hans-Peter wollte nicht in seinen Garten gehen, wegen des Wetters, sonst hätte er uns gerne noch einige Hefte von dort mitgebracht. Er ist gerade dabei, alles zu digitalisieren. Jedenfalls gefiel uns allen seine Darbietung und wir spendeten bereitwillig Applaus. 

Donnerstag, 26. Februar 2026

Dick & Lang

Wir frequentierten dasselbe Fitness Center, ich schätzte ihn auf Mitte 30 und dachte, er will seine durch zu viel Junkfood aus der Form geratene Figur wieder in Form bringen. Aufgrund der Brille hielt ich ihn zuerst für einen Intellektuellen, dann aufgrund seines Star-Trek-Shirts für einen Science-Fiction-Fan. Jedenfalls kamen wir an der Bar ins Reden und da fing er an, mich zu interessieren. Bei einigen Bemerkungen ging ich mit ihm konform, je mehr er erzählte, umso gehetzter wirkte er. 
  "Was ist mit Ihnen los? Verfolgt Sie jemand?", fragte ich schließlich und wischte mir mit meinem Handtuch den Schweiß von der Stirn.
  "Wen verfolgt niemand? Die einen die Ex, die andern die Steuer", scherzte er, sein schmutzig-blondes Haar trug er gescheitelt und zum Pferdeschwanz gebunden. "Mein ganzes Leben bin ich auf der Suche. Erst nach Erfolg, später nach Erkenntnis."
  "Und? Haben Sie was gefunden?"
  "Teilweise. Kennen Sie Philip K. Dick?"
  "Den Schriftsteller? Sicher, Blade Runner war sein-"
  "Er hatte recht", unterbrach er mich mit leiser Stimme, "wir leben in einer Simulation und sobald sich eine Variable verändert, -"
  "Wollt ihr noch was trinken?", mischte sich das hübsche Mädel hinter dem Tresen ein.
Eigentlich wollte ich noch was bestellen, doch er schüttelte den Kopf und zog mich vom Hocker. "Kommen Sie, gehen wir woanders hin."
Wenig später standen wir in Straßenkleidung in der Seitengasse, er trug eine orange Latzhose, wodurch er einem Müllmann ähnelte. Aufgeregt deutete er zu seinem Skoda. Da ich noch nichts vorhatte, stieg ich ein. Auf der Fahrt stellte er sich vor: "Mein Name ist Lang."
  "Meiner auch, ich heiße Scheftschenkotzky. Nennen'S mich Schef!"
Ohne auf meinen Witz einzugehen, fuhr er auf die Autobahn.
  "Falls Sie über die Grenze wollen, ich hab meinen Pass nicht dabei", warnte ich ihn.
  "Ich hab überhaupt keinen Pass, wegen der Fingerabdrücke."
  "Werden Sie gesucht, Herr Lang?"
  "Das nicht, aber sobald man denen die Fingerabdrücke gibt, kann man seine Identität nicht mehr wechseln."
Jetzt wurde mir klar, warum er so gehetzt wirkte. Wahrscheinlich hatte er schon öfter den Namen gewechselt. War der Kauz ein Psycho, ein Gestrauchelter oder nur ein Verschwörungstheoretiker, fragte ich mich.
  "Warum haben all die Untergangsapostel falsch gelegen?", forschte er, wobei er mir einen kurzen Seitenblick zuwarf. "Zuletzt 2012?"
  "Weil es keinen Weltuntergang gibt, zumindest nicht in den nächsten Jahrzehnten."
  "Es geht nicht um den Untergang der Welt, sondern nur um den der Menschheit", behauptete er und beschleunigte. Der Skoda machte gut und gern seine 180 Sachen, wahrscheinlich auffrisiert. "Ich verrat Ihnen, warum wir alle noch ein halbwegs annehmbares Leben haben: Weil CERN 2012 die Zeitlinien verändert hat. Wir sind geshiftet."
  "Echt?" Scheinbar verbrachte er seine ganze Freizeit auf YouTube. "Was arbeiten Sie eigentlich, Herr Lang?"
  "Physiklehrer, ich versteh also was davon."
  "Haben Sie Ihren Verdacht mit Ihren Schülern besprochen?"
  "Momentan bin ich freigestellt."
  "Verstehe."
  "Das glaub ich nicht." Ein Lächeln umspielte seine schmalen Lippen. "Sie denken, ich hätte die Früchtchen mit Schwurbelei verdorben, oder?"
  "Ja, das ging mir grade im Kopf rum", gab ich zu. "Wohin fahren wir eigentlich?"
  "Zu einem Portal. Hab ich vor kurzem entdeckt. Es liegt in der Nähe vom Untersberg."
  "Sie wollen bis nach Salzburg fahren?" Unglauben packte mich, dazu noch ein gerüttelt Maß an Nervosität.
  "Ich kenn eine Abkürzung."
  "Sagen Sie jetzt nicht, Sie können eine Verschränkung von Quanten ausnutzen."
  "Das brauch ich nicht." Die Antwort endete in einem irren Gelächter und hinter uns ertönte eine Sirene begleitet von Blaulicht, das im Rückspiegel für Farbreflexe sorgte.
  "Jetzt haben Sie mit Ihrer Raserei die Bullen angelockt."
  "Keine Angst, die häng ich locker ab." 
Was sollte ich machen? Ihm ins Lenkrad greifen? Ihm ins Gewissen reden? Beides zwecklos. Ersteres würde sofort zum Crash führen, zweiteres aufgrund der zu erwartenden erkennungsdienstlichen Behandlung mit Fingerabdrucknahme zu seiner totalen Verweigerung führen. Einem Irren ausgeliefert, das war mir auch noch nie passiert, ich wünschte mich nach Hause auf meine Couch vors Flat-TV mit 64 Programmen, doch davon war ich so weit entfernt wie ein Politiker von seinem Rückgrat. Mittlerweile war Lang auf den Pannenstreifen ausgewichen und raste weiter dahin. Die Sirene wurde leiser, er schien mehr und mehr Abstand zwischen sich und dem Arm des Gesetzes gebracht zu haben. Unfähig zu einer Bewegung schielte ich ihn seitlich an und wurde seines irren Lächelns gewahr. Mit mindestens 200 Sachen rauschte er die Abfahrt runter in einen Feldweg, wo er das Tempo endlich verlangsamte. Wir holperten dahin wie auf einem Ackergaul, ehe er endlich stoppte. Jetzt hätte ich einfach rausspringen und davonrennen sollen, dann wären mir die weiteren Ereignisse erspart geblieben. Doch ich saß da wie das Kaninchen vor der Kobra.
  "Sauber abgehängt", lobte er sich. "Früher fuhr ich mal Rennen."
  "So Wagenrennen wie Ben Hur in einem früheren Leben?"
  "Nein, vor über zehn Jahren. Wo war ich ... ah ja, ich war vorhin kurz davor, Ihnen mein Geheimnis zu entlüften."
  "Sie müssen mich hoffentlich nicht töten, nachdem Sie's mir enthüllt haben?"
  "Sie scheinen leicht pessimistisch zu sein."
  "Bei den heutigen Zuständen?" Allmählich gewann ich wieder meine Fassung zurück. "Lieber Herr Lang, ich sag Ihnen jetzt was-"
  "Vergessen Sie nicht, was Sie sagen wollten", riet er mir, "aber zuvor muss ich Sie noch ins Gesamtbild setzen. Es ist nämlich so, dass - "
In dem Moment machte sich mein iPhone in der hinteren Hosentasche bemerkbar. Ich holte es automatisch hervor und ein schwaches Gefühl plötzlich einsetzender Sicherheit überkam mich, denn sollte mich Lang in einem Anfall von Wahnsinn töten, dann könnte man immerhin meine Spur zu ihm zurückverfolgen - sofern er auch ein Mobiltelefon in seiner Latzhose mit sich führte. Während ich also das Gespräch annahm, legte er den Retourgang ein und schob zurück.
  "Ali!", hörte ich die schrille Stimme meiner Ex, "könntest du schnell zu mir rüberspringen und mir bei einem Transport helfen?"
Lang hörte mit, das sah ich an seinem süffisanten Grinsen.
  "Tut leid, Birigt, aber ich bin gar nicht in Wien."
  "Aber heut ist erst Donnerstag, machst du früher Wochenende?"
  "Sieht fast so aus", antwortete ich ihr, was sie offenbar als Häme auffasste, denn sie legte einfach auf. "Typisch Frau!"
  Inzwischen bog Lang auf die Bundesstraße Richtung Salzburg ein. "Ja, das kenn ich, hab ich schon abgeschafft. Sie heißen Ali?"
  "Alfons, Ali ist die Abkürzung." Ich steckte das Handy wieder ein. "Tolle Erfindung, bin gespannt, was als nächste Erfindung kommt."
  "Sehen Sie, Ali, der Mensch braucht keine neuen Erfindungen mehr, die Amerikaner haben zirka 9.000 Patente verboten. Weil diese nämlich die herrschenden Machtstrukturen zerbröseln würden, manche schaffen's nichtmal zum Patent, darunter ein Motor, der mit Wasser angetrieben wird, simples H-zwei-0, verstehen Sie? Hat ein gewisser Stanley Meyer erfunden und wurde deshalb vergiftet."
  Mir wurde mulmig. Im Skoda roch es auf einmal verbrannt. Ob das Motoröl leckte und auf heiße Motorteile tropfte, ein Keilriemen überhitzt war oder es an einer verbrannten Kupplung lag, vermochte ich nur zu erahnen. Am Horizont ging die Sonne unter, sinnbildlich für mein kommendes Schicksal. Wenigstens fuhr er jetzt ein vernünftiges Tempo, das uns nicht wieder ein blau-leuchtendes Radau-Anhängsel einbringen konnte. Am Straßenrand reihten sich Anhalter beiderlei Geschlechts auf.
  "DA!", rief ich aus. "Die eine Hitchhikerin sah fast so aus wie Rachel aus Blade Runner, Sie sind doch so ein Fan von diesem Dick."
  "Ich nehme grundsätzlich keine Fremden mir", brummte er. "Sie hab ich nur ins Vertrauen gezogen, weil sich Sie schon aus dem Fitt-Inn kenne. Was ich vorhin über das große Gesamtbild sagen wollte..."
  Jetzt wird's spannend, dachte ich. "JA?"
  Es war wie verhext, gerade als er wieder davon anfing, krachte es vor uns und Lang trat auf die Bremse. Ein PKW war einem LKW ins Heck gekracht.
  "Verdammt, wir müssen helfen", bedauerte er und sah mich auffordernd an, als erwarte er, dass ich widerspreche.
Wir stiegen beide aus und wieder hätte ich die Möglichkeit gehabt, mich relativ unauffällig zu absentieren. Allerdings bin ich immer schon ein verantwortungsvoller Mensch gewesen, außerdem hatte Lang mit seiner Story meine Neugier geweckt. Hatte er tatsächlich ein Portal entdeckt? Warum wollte er es mir unbedingt zeigen? Brauchte er einen Zeugen?
Der LKW-Fahrer trottete mit einem Ich-habs-ja-gleich-gewusst-Blick zu dem gecrashten PKW, einem VW Polo, dessen Airbag seine Lenkerin vor größerem Schaden bewahrt hatte. Sie blickte wie ein abgestochenes Kalb von einem zum andern.
  "Können'S net aufpassen?", keifte der Lastwagenfahrer, während er den Blechschaden begutachtete. "San'S Vollkasko versichert?"
  "Ich fürchte, die Dame weiß nicht einmal mehr Ihren Namen", mutmaßte ich.
  "Doch, ich heiße Tatjana Dettmann", antwortete sie.
  "Des a no, a Deitsche!", giftete sich der Trucker, während er sich in die Hosentasche griff, um sein Handy rauszuholen. "I ruaf die Polizei!"
  "Nicht nötig, ich muss um 21 Uhr in Salzburg sein", gestand die Lenkerin - zirka Mitte Zwanzig, Puppengesicht sowie Modelmaße - und stieg aus. Ihrem Portemonnaie entnahm sie eine Visitenkarte, reichte sie dem Unfallgegner, holte ein Kosmetiköfferchen aus ihrem Kofferraum und wandte sich an uns: "Würden Sie mich bitte dorthin bringen?"
  "Wunderbar, das liegt auf unserer Route", sagte ich.
  "Nein, ich fahr nicht bis nach Salzburg, nur in die Nähe", erinnerte mich Lang. Seine Augen funkelten hinter seiner Brille zornig auf.
  "Ist mir auch recht, aber bitte schnell", hauchte sie und stieg hastig in den Skoda. "Glück im Unglück, dass ich so hilfsbereite Herren getroffen habe."
  Na, du wirst dich noch wundern, dachte ich, sagte aber nichts. Der LKW wurde im Rückspiegel immer kleiner. Tatjana gefiel mir, sie stellte sich als Gegenteil meiner Ex raus: Blond, blauäugig, sehr hübsch und vor allem mucksmäuschenstill. Dennoch wollte ich ein Gespräch in Gang bringen und beugte mich zu ihr nach hinten.
  "Haben Sie die Visage von dem Brummi-Piloten gesehen? Erinnerte mich stark an eine 3 Tage alte Wasserleiche."
Sie quittierte meinen Witz mit einem kurzen Lächeln.
  Das schien Lang nicht zu passen: "Egal wie der aussah, Frau Dettmann ist jedenfalls schuld am Unfall."
Damit hatte er ihr einen verbitterten Ausdruck ins Antlitz gezaubert. Widerwillig nahm ich meine normale Sitzposition ein und plauderte weiter: "Wissen Sie, Frau Dettmann, unser Chauffeur ist ein Fan von Philip K. Dick."
  "Oh, von dem kenn ich ein paar Filme, Total Recall, Blade Runner und wie hieß der andere, wo das erschossene Kind ein Roboter war?" 
  "Screamers - Tödliche Schreie", knurrte Lang.
  "Richtig", bestätigte Tatjana, "uii, dort vorn ist eine Straßensperre."
Abrupt bremste Lang den Wagen ab, noch bevor wir uns an den letzten im Stau stehenden Wagen anschließen mussten. "Das passt mir gar nicht."
  "Wenn Sie ein bisschen zurückschieben, könnten wir seitlich abfahren und uns in einem Gasthaus erfrischen", schlug sie vor. 
  "Super Idee!" Lang strahlte und führte das Manöver aus.
Ich wunderte mich etwas, dass die Hübsche nicht gefragt hat, warum ihm die Sperre nicht passt, sondern gleich eine Lösung ersann. Den Grund dafür sollte ich erst später erfahren. Jedenfalls parlierte sie eloquent weiter.
  "Ich kenne auch den Lebenslauf von diesem Science Fiction-Autor. Er verlor schon als Baby seine Zwillingsschwester."
  "Zufällig habe ich auch eine tote Zwillingsschwester. Meine starb zwar erst vor 11 oder 12 Jahren, hatte aber auch dunkle Haare", erzählte Lang.
Na, da haben sich ja zwei Kenner gefunden, dachte ich. Die beiden Dick-Fans quatschten noch über das Ableben von Langs Schwester, fast wären Tatjana die Tränen gekommen. Endlich landeten wir in einem Kaff, das ein Gasthaus mit Namen 'Bei Reserl' für uns bereithielt. Drinnen empfing uns der aufgestaute Mief vom vergossenen Bier und gefressenen Schnitzeln. Die Bedienung wirkte wie aus einem Heimatfilm entsprungen, ein rosa Dirndl mit grüner Schürzte und Pippi-Langstrumpf-Frisur. Wir bestellten drei Kaffee, einen Toast und ein Paar Würstel mit Kren. Tatjana eilte aufs WC und ich sah ihr sehnsüchtig nach.
  "Mich wundert, wieso die Puppe so schnell die Straßensperre bemerkt hat, schneller als ich", raunte mir Lang zu. "Was die wohl in ihrem Köfferchen mit sich rumträgt, einen abgeschlagenen Kopf?"
  "Na klar, den hält sie jetzt am Klo kurz unters kalte Wasser, damit er nicht zu stinken anfängt", scherzte ich. "Unser Model!"
  "Für'n Model ist die viel zu klein, höchstens 1,68!"
Nebenan füllte sich der Stammtisch mit fleischgewordenen Deix-Figuren, die angeregt über die EU debattierten, was nicht ohne unflätige Ausdrücke über die Bühne ging. Rechtzeitig zu Tatjanas Rückkehr - sie trug jetzt passend zu ihrem Jeansanzug eine Baseballkappe - servierte 'Reserl' verbrannten Toast, aufgesprungene Würstel und drei immerhin trinkbare Kaffees. Obschon zwischen großem Braunen, Melange und Capucchino optisch kein Unterschied bestand. Tatjana aß nichts, kannte wohl das Lokal, ihrem nun beschatteten Gesicht konnte man keine Mimik entnehmen. Fünf Minuten später zahlte ich 50 Euro für die gastronomische Minderqualität und so konnten wir das Gasthaus verlassen. Der April macht bekanntlich, was er will, daher empfing uns draußen heftiger Regen. Langs dreckig-grauer Skoda zeigte aus Freude darüber wieder seine ursprünglich rote Farbe, er verfügte über kein Navi, dafür sein Eigentümer über einen Kompass in seiner Armbanduhr. Nach einem kurzen Blick drauf, wendete er den jetzt fast sauberen Wagen und erreichte nach kurzer Zeit eine Autobahnauffahrt. Im hellen Kegel der Scheinwerfer prasselten mittlerweile Hagelkörnchen wie ungeschliffene Diamanten auf die Fahrbahn.
  "Sieht nicht so aus, als würden Sie um 21 Uhr in Salzburg ankommen", machte ich Tatjana wenig Hoffnung.
  "Er ist ein Defätist", zischte Lang zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. 
 "In Ihrem Auto riecht es irgendwie verbrannt", bemerkte sie.
  "Kann sein, ich nehm ab und zu einen Raucher zur Arbeit mit", behauptete Lang und schaltete das Radio ein, um den 20-Uhr-Nachrichten zu lauschen.
 Nach den üblichen Katastrophenmeldungen aus Politik und Wirtschaft meldete uns die Sprecherin auch eine lokale Neuigkeit: "Ein Geldtransporter wurde nahe St. Pölten überfallen und die Insassen beide erschossen. Laut Zeugenaussagen flohen mindestens drei schwarz vermummte Täter, bei einem davon soll es sich um eine Frau handeln. Das Wetter: Regen und Hagel-" Lang schaltete abrupt aus.
  "Immer dasselbe", knurrte er. "Einmal möcht' ich erleben, dass die Obrigkeit zugibt, wir sind nicht allein im Universum."
Lenkte er ab, fragte ich mich, vom möglichen Inhalt des kleinen Kosmetikkoffers unserer Anhalterin? Konnte sie die Frau aus dem diabolischen Trio sein oder befiel mich eine plötzliche Paranoia? Im Rückspiegel sah ich ihre glitzernden Augen, mit ihrer Kappe fächelte sie sich Luft zu.
  "Der Geruch kann unmöglich von einem Raucher stammen", sagte sie. "Mein Bruder hatte einmal einen Kabelbrand in seinem Volvo, das roch exakt genauso."
  "Wollen'S aussteigen?" Langs Stimme klang beinahe hoffnungsvoll.
  "Nein, ich werde das Fenster öffnen."
 Der Geruch besserte sich, die Stimmung nicht. Vor allem, da meine Ex wieder anrief.
  "Was ist? Bist du schon zurück in Wien?"
  "Birgit, ich sitze mit einem guten Freund und einer reizenden Anhalterin im Auto nach Salzburg, ich kann dir leider nicht helfen."
  "Macht nix, ich hab ja noch Schlüssel zu deiner Wohnung, ich helf mir selber!", kreischte sie und legte auf.
Meine Aussichten hatten sich also nochmal verschlechtert: Mit einem vermutlich wahnhaften Freak am Steuer, einer kriminellen Sexbombe am Rücksitz sowie zudem noch einer nachtragenden Ex in meiner Wohnung. Schlimmer konnte es nicht kommen - doch ich sollte mich irren.
FORTSETZUNG FOLGT 

Vorschläge

Einst besuchte ich einen Schreibkurs an der VHS und erhielt dort wertvolle Vorschläge fürs Romanschreiben: Tropes geben Leser*innen ein emo...